Chronik des Tambourcorps „Gloria“ Lechenich 1920 e.V.

 

1920er Jahre

Lechenich war in den zwanziger Jahren ein Ort, wo die Musikanten eine große Rolle spielten. Wie es dazu kam, dass die Gloria gegründet wurde, basiert auf folgender Überlieferung:

Es heißt, dass sich 1920 eine Gruppe von Spielleuten vom Turnverein „Germania“ trennten und einen eigenen Spielmannszug ins Leben riefen. Auch die Freiwillige Feuerwehr in Lechenich unterhielt eine Musikkapelle, die sich von der Feuerwehr löste. Aus diesem Spielmannszug und der Musikkapelle gründeten dann, am 20.08.1920 im Hotel Germania in Lechenich, die Kameraden Thomas Niederklapfer, Konrad Lanoutelle und Willi Schmitz das Tambourcorps Gloria. Es war der erste organisierte Musikverein in der heutigen Erftstadt, der wie es den Aufzeichnungen des Bürgermeisteramtes in Lechenich von 1920 zu entnehmen ist, zum „Wohle der Allgemeinheit“ aufspielen wollte. In den Statuten steht geschrieben, dass der Zweck des Spielmannszuges darin liegt, alle Ortsvereine bei Festzügen und Feiern musikalisch zu unterstützen. Diesem Corps schlossen sich Thomas Niederklapfer jun., Peter Niederklapfer und Theo Klinkhammer an. Das Amt des Tambourmajors übernahm Thomas Niederklapfer. Im Jahre 1924 hatte das Corps bereits 24 aktive Mitglieder, die unter der Leitung von Tambourmajor Josef Frohn genant „Blücher“ fleißig übten, bei Festen in der Stadt mitwirkten und Wettbewerbe außerhalb Lechenichs besuchten. Ständig ging es mit dem Tambourcorps Gloria aufwärts. Immer mehr junge Männer kamen um sich der Musik und Geselligkeit zu widmen. Unter dem sehr aktiven Vorstand, Bernhard Derkum (Präsident), Franz Lanoutelle ( Schriftführer) und Stefan Wolff (Kassierer), erreichte das Musikcorps eine Blütezeit.

 

1930er Jahre

Im Jahre 1933 wurde im Burgtheater Lechenich der erste Zapfenstreich des Tambourcorps Gloria gespielt. Unter dem Tambourmajor Josef Frohn waren die Solisten Toni Sieger ( Trommel) und Bernhard Derkum (Flötist). Wie für viele Vereine kam auch für dieses Tambourcorps mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten eine schwere Zeit. Im Jahre 1934 wurde das Corps gezwungen als Spielmannszug in die SA einzutreten. Bis 1937 waren die Spielleute einer nach dem anderen ausgetreten und gründeten unter der Leitung von Bernhard Derkum erneut ein Zivilcorps. Mit der alten Begeisterung wurde die Vereinsarbeit wieder aufgenommen. Der sehnlichste Wunsch war die Beschaffung einer neuen Uniform. Aber wie sollte das möglich sein wo doch die Vereinskasse leer war? Kurz entschlossen finanzierten die Mitglieder die neue Uniform selbst, jeder zahlte 80,- DM aus der eigenen Tasche. Für die damalige Zeit eine unvorstellbar hoher Geldbetrag. 1939 kam der unglückselige 2. Weltkrieg. Durch die Kriegsereignisse bedingt, ruhte die Arbeit des Corps bis 1948.

 

1950er Jahre

1949 ergriffen Peter Wolff und Franz Zimmermann, enge Freunde und alte Mitglieder des Tambourcorps die Initiative und brachten es in mühevoller Kleinarbeit zuwege, dass die alte Kameradschaft und Musikbegeisterung wieder auflebten. Bernhard Derkum machte sich als Tambourmajor an die Arbeit und schaffte es, dass das Corps wieder zu seiner alten und bewährten Leistung aus der Vorkriegszeit zurückfand Seine Arbeit führte ab 1955 Johannes Ohrem weiter.

 

1960er Jahre

1962 übernahmen die Brüder Franz-Josef und Hans-Bernd Kretz die Schirmherrschaft über das Corps.

Nach neun erfolgreichen Jahren übergab Johannes Ohrem 1964 die Regie an Lothar Bastian. Unter seiner Leitung wurde das Repertoire der Musikgemeinschaft stark erweitert. Im wechselvollen Auf und Ab des Vereins gab es 1968 mangels Flötisten nachwuchs Rückschläge, welche die Arbeit sehr erschwerten. Einige Aktive, denen das Wohl des Tambourcorps am Herzen lag, stellten sich der neuen Herausforderung und machten das angeschlagene Schiff wieder flott. Theo Sieger wurde neuer Tambourmajor, Willi Kuhlewind Präsident, Peter Wolff stellvertretender Präsident, Hans Meyer Kassierer und Peter-Bert Lorre Schriftführer. Unter dieser Führung konnte das Tambourcorps die Krise überwinden und wieder auf den erfolgreichen Weg bringen

 

 

1970er Jahre

1971 wurde Richard Bastian zum Präsidenten und Theo Sieger zum Tambourmajor gewählt. Ihnen folgen 1972 Hans Meyer als Präsident, während Richard Bastian das Amt des Tambourmajors übernahm. Schriftführer wurde Franz-Josef Ewertz, Kassierer Theo Hoffmann. Von 1973 führte Hans Meyer das Corps gleichzeitig als Präsident und Tambourmajor. Unter seiner Regie entschied man sich für neue Wege. Die Lechenicher Kirmes konnte seit vielen Jahren nicht mehr im Festzelt gefeiert werden, da kein Verein das finanzielle Risiko tragen wollte. Also starteten die Mannen um Hans Meyer den Versuch die Lechenicher Kirmes aus ihrem „Dornröschenschlaf“ zu wecken und verlegten deshalb das eigentliche Stiftungsfest auf das vierte Wochenende im September. 1976 ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Das Corps erhielt eine neue Vereinsfahne, sie wurde von den Gebrüdern Kretz gestiftet. Mit dem Stadtwappen auf der einen, und dem Emblemen des Tambourcorps auf der anderen Seite dokumentiert sie die Zugehörigkeit zur Stadt Lechenich. Auf der Jahreshauptversammlung 1977 wurde entschieden, dass der Präsident und der 1. Spielführer zwei Ämter sind die nicht von einer Person bekleidet werden sollten. Zum Präsidenten wurde Johann Nösgen vorgeschlagen und mit Stimmenmehrheit gewählt. Dies war das erste Mal in der Geschichte des Tambourcorps Gloria, dass ein Präsident aus den Reihen der inaktiven Mitgliedern kam. Zum Kassierer wurde Hans Meyer gewählt und zum Schriftführer Peter-Bert Lorre. Ein Jahr später, 1978 wurde das Amt des Kassierers mit Hans-Jürgen Hellmich und das des Schriftführer mit Frank-Rainer Hellmich umbesetzt. Das Amt des Spielführers übernahm zum ersten Male Franz-Josef Ewertz. Eine zukunftsorientierte Entscheidung war es, auf der Vorstandsitzung vom 19.06.1978 auch Mädchen in das Corps aufzunehmen und auszubilden. Ebenso wurde die Anschaffung einer neuen Uniform beschlossen.

 

1980er Jahre

Auf der Jahreshauptversammlung1980 wurden wiederum Johann Näsgen zum Präsidenten, Hans Jürgen Hellmich zum Kassierer, Frank-Rainer Hellmich zum Schriftführer und Franz-Josef Ewertz zum Spielführer gewählt.

Ab Juni 1982 übernahm Peter-Bert Lorre das Amt des Präsidenten, während Franz-Josef Ewertz als Schriftführer gewählt wurde. Unter dieser Leitung wurde erstmalig in der Geschichte des Tambourcorps Gloria zur Kirmes 1983 mit Johannes und Engelbert Zepp inaktive Ehrenmitglieder ernannt. Ebenso entschied man sich 1985 zu einem Kooperationsvertrag mit der Lechenicher Narrenzunft (LNZ). Für die gemeinsamen Auftritte mit der LNZ wurden zusätzlich rot/weiße Uniformen angeschafft. Auf der Jahreshauptversammlung 1986 wurde Franz-Josef Papierz zum Präsidenten, Franz-Josef Ewertzuzum Schriftführer und Helmut Post zum Kassierer gewählt. 1987 bekam, nach jahrelangem Tauziehen, dass Tambourcorps endlich ein eigenes Vereinsheim in den Räumen der Südschule, welches dann im Frühjahr 1988 mit einem Musikfest der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

 

1990er Jahre

Im Januar 1990 musste das Corps einen schmerzlichen Verlust durch den Tod des

Schirmherrn Franz-Josef Kretz hinnehmen. Sein Bruder Hans-Bernd Kretz entschloss sich, von nun an alleine die Schirmherrschaft zu übernehmen.

Gegen Ende des Jahres wurde unter der Leitung von Theo Sieger ein Veteranencorps ins Leben gerufen. Auf der Jahreshauptversammlung 1992 wurde der Vorstand neu besetzt Präsident wurde Frank-Rainer Hellmich, Schriftführer Reiner Schumann und Kassierer Manfred Kerp. 1995 feierte das Corps sein 75 jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurde die erste CD des Tambourcorpsveröffentlicht. Bei den Vorstandswahlen in diesem Jubiläumsjahr wurde wiederum Frank-Rainer Hellmich als Präsident bestätigt. Franz-Josef Ewertz wurde Schriftführer und Hans-Jürgen Hellmich Kassierer. Außerdem wurde Franz-Josef Ewertz wieder zum Spielführer gewählt. Ein Jahr später bekam das Tambourcorps einen weiteren Schirmherr. Frau Irmgard Kretz entschloss sich, ab sofort, in dieser Position ihrem Gatten zur Seite zu stehen. Das Jahr 1997 war einer der Höhepunkte in der Geschichte des Tambourcorps. Es stellte erstmalig mit Gisela Kaub und Günther Radajewski in Lechenich das Prinzenpaar. Mit Simon Hellmich wurde sogar ein aktiver Jugendlicher Kinderprinz dieser Session.Des weiteren entschloss man sich in der Session, nach langer Zeit wieder, im Kölner Rosenmontagszug mitzugehen. Ein Wermutstropfen für dieses erfolgreiche Jahr war allerdings die Aufgabe der jährlichen Kirmes. Zu hohe Kosten und zu wenig Resonanz aus der Bevölkerung führten zu dieser Entscheidung. Als Ersatz wurde wieder das Stiftungsfest ins Leben gerufen. Bei den Vorstandwahlen 1998 wurde der Vorstand neu besetzt, Präsident wurde Frank-Rainer Hellmich. Das Amt des Kassierers, der aus beruflichen Gründen ausschied, übernahm Clemens Grüneberg. Damit fiel zum ersten Mal in der Geschichte des Tambourcorpsdas Amt des Kassierers an ein inaktives Mitglied. Franz-Josef Ewertz blieb Schriftführer und Spielführer.

 

2000er Jahre

Das Jubiläumsjahr 2000 begann mit einer Ehrung. Dem Tambourcorps wurde als erstem Verein der „Windbügelorden“, die größte Karnevalsauszeichnung Lechenichs verliehen. Des weiteren entschloss man sich, für die weiblichen Mitglieder des Vereins, Uniformjacken anzuschaffen. Die Vorstandwahlen im Jahr 2001 bestätigten zum vierten Male hintereinander Frank-Rainer Hellmich als Präsident. Ein Beweis für Leistungsstärke und Kontinuität in den letzten Jahren. Das Amt des Kassierers viel wieder an Clemens Grüneberg. Franz-Josef Ewertz wurde zum Schriftführer und Tambourmajor gewählt. Auch sonst wurde wieder tüchtig Vereinsgeschichte im Jahre 2001 geschrieben unter anderem gelang es Thomas Schmitz, als

erstem Trommler des Tambourcorps, ins Bundesmusik-Corps aufgenommen zu

werden. Das Jahr 2002 war gespickt mit vielen Höhen und Tiefen. So war ein

Höhepunkt das Freundschaftstreffen in Holland, wo man den ersten Festzugpreis mit Vorbeimarsch belegte. Auch sozial zeigte sich das Tambourcorps als man sich an einem Benefizkonzert, zu Gunsten der Opfer der Hochwasserkatastrophe in Ostdeutschland beteiligte.

Bei den Vorstandswahlen im Jahre 2004 viel das Amt des Präsidenten zum ersten mal an Franz-Josef Ewertz. 1 Schriftführer wurde Tobias Schnitzler, 1 Kassierer wurde Clemens Grüneberg.

Das Amt des Spielführer viel an Franz-Josef Papierz.

Des weiteren musste das Tambourcorps im Dezember 2004 erneut, einen schmerzlichen Verlust hinnehmen, da der Schirmherr Hans-Bernd Kretz im alter von 64 Jahren verstorben war.

Seine Frau Irmgard Kretz führt bis heute seine Arbeit als Protektorin des Tambourcorps fort, wo für ihr unser tiefster Dank gilt.

Ebenfalls bekam das Tambourcorps von ihrem Ehrenmitglied Herrn Herbert Kamps einen Schellenbaum geschenkt, dieser wurde feierlich auf den Namen Heinrich getauft und begleitet das Tambourcorps seit her beim Schützenfest in Lechenich. Hier für gilt auch unser tiefster Dank Herrn Kamps für diesen schönen Schellenbaum.

Die Vorstandswahlen im Jahre 2007 bestätigten den geschäftsführenden Vorstand im Amt.

Präsident wurde erneut Franz-Josef Ewertz, 1. Schriftführer Tobias Schnitzler, 1. Kassierer Clemens Grüneberg. Das Amt des Spielführers viel an Tobias Schnitzler, dieses Amt wurde später mit Franz-Josef Ewertz umbesetzt.

In den Jahren 2007 bis 2010 beschloss man für die Auftritte mit der neu gegründeten roten Funkengarde der Kinder und Jugendtanzgruppe der LNZ, sich neue Uniformen, in Form der roten Funkengarde der LNZ.

 

2010er Jahre bis heute

Die Vorstandswahlen im Jahre 2010 ergaben folgendes Ergebnis. Präsident wurde zum ersten mal Tobias Schnitzler, dieses Amt wurde Ende 2011 mit Frank-Rainer Hellmich neu besetzt. Schriftführer wurde Franz-Josef Ewertz, Kassierer wurde Clemens Grüneberg. Das Amt des Spielführer viel an Franz-Josef Ewertz, dieses Amt wurde Ende 2010 mit Jasmin Schuld neu besetzt. Somit wurde das erste mal in der Geschichte des Tambourcorps eine Frau in das Amt des Spielführers gewählt.

 


Wir lieben, was wir tun.